„Was nicht passt, wird passend gemacht!“

Beitrag von Richard Pressel, Organisationsberater und Managementcoach, Bruder v. Gisela Pressel

„Was nicht passt, wird passend gemacht!“
Den Spruch kennt jeder, der schon einmal handwerklich unterwegs gewesen ist. Was bei der Heimwerkerei oft mit einem kernigen Hammerschlag behoben werden kann, erweist sich im Alltag des Lebens als untauglicher Ansatz.

Die Dinge in meinem Leben „wieder passend“ zu machen, ist ein verständliches Bedürfnis, nur das mit dem Hammer als Werkzeug zur Problemlösung eben nicht. Das gibt Beulen.

Um was geht es? Es geht um Inkohärenz, das sich mal schleichend entwickelnde oder auch plötzlich auftretende Empfinden:

„Da passt etwas nicht mehr zusammen!“. Inkohärenz ist der Ausgangspunkt für Veränderung. Weil Kohärenz das natürliche Bedürfnis des Menschen ist.

Rüdiger Dahlke hat in seinem Buch „Das Alter als Geschenk“ (Goldmann Verlag 2021, S.21 ff.) im Kapitel „Ins Gleichgewicht kommen und mitschwingen“ die Begriffe Kohärenz/Inkohärenz beschrieben.

„Kohärenz ergibt sich, wenn wir verarbeiten und bewältigen können, was immer uns geschieht, sodass wir wieder ins Gleichgewicht kommen und mit unserem Leben im Reinen sind. … So sind wir imstande, innerlich eine Lösung zu finden und alles wieder in Ordnung zu bringen, dass es für uns passt.“

(ebenda S. 22)

„Aus neurobiologischer Perspektive empfindet man einen Zustand des Glücks immer dann, wenn man einen inkohärenten Zustand durch eigene Anstrengung in einen kohärenten Zustand verwandeln kann. Das Hirn strebt diesen Zustand ständig an, weil der Energieverbrauch so am niedrigsten ist.“ (Gerald Hüther) (1)

Ersetzen wir den Begriff „Glück“ durch „Wohlbefinden“, dann landen wir bei dem Konzept der „Salutogenese“. Mit der Wortschöpfung Salutogenese (lat. salus = Gesundheit, Heil, Glück und griech. génesis = Entstehung, Entwicklung) hat der israelisch amerikanische Medizinsoziologe und Stressforscher Aaron Antonovsky (1923-1994) in den 70er Jahren die Frage nach der Entstehung von Gesundheit, nach einer gesunden Entwicklung des Menschen in die moderne Wissenschaft gebracht.
Näheres dazu findet Ihr auch in dem Blogbeitrag „Energie und Wohlbefinden“, in dem Gisela Pressel ihr im Rahmen von Coaching und Supervision eingesetztes Kohärenzmodel skizziert.

„Menschen haben das Grundbedürfnis, in einer Welt zu leben, in der sie immer wieder in der Lage sind, dass sie das, was auf sie eindringt und sie belastet, durch eigenes Zutun wieder für sie stimmiger, aushaltbarer – kohärenter – zu machen.“

(Blog „Energie & Wohlbefinden)

Noch einmal zur Überschrift: „Was nicht passt, wird passend gemacht!“. Dass das mit dem Hammer „…wird passend gemacht!“ nicht funktioniert, dürfte einleuchten. Persönliche Veränderungs- oder Entwicklungsarbeit heißt „dicke Bretter bohren“, braucht Aufmerksamkeit und Zeit, ehe sich ein „kohärenter=passender“ Zustand einstellt. Ich möchte etwas tiefer auf den ersten Teil „Was nicht passt,…“. eingehen.

Warum scheint das relevant zu sein?! Weil der Einstieg in eine persönliche Veränderung immer nur dann in Gang kommt, wenn das Empfinden auf „da passt etwas nicht (zusammen)!“ schaltet und – was noch entscheidender ist – dies auch tatsächlich ins Bewusstsein gelangt und dadurch einer Beobachtung und Wahrnehmung – somit einer aufmerksamen Reflexion – zugänglich wird. Erst dann geht ́s los! Allerdings, wie bekomme ich im Trubel des täglichen Lebens überhaupt mit, dass da etwas

  • in Schieflage geraten ist
  • nicht mehr zusammen passt
  • in Unordnung gekommen ist
  • aus dem Blickfeld geraten ist
  • durcheinandergeraten ist
  • …?“

man – wie Gerald Hüther und andere es nennen würden – „in einen inkohärenten Zustand geraten ist!“.

Wie nehme ich die zu Beginn oft noch schwachen Signale wahr, die auf eine „Inkohärenz“ hindeuten und wie äußern sie sich in meinen Gedanken- und Gefühlswelten?

Einfach, nur die einschlägigen Bücher lesen? Tischinger: „Auf die Seele hören“ / Dobos: „Die gestresste Seele“ / Nidiaye: „Wieder fühlen lernen“ / Welding: „Fühlen lernen“ / Wengenroth: „Das Leben annehmen“ / Hüther: „Die Macht der inneren Bilder“ u.v.a.m. Diese und viele andere mehr, beschäftigen sich mit dem Prozess der persönlichen Entwicklung und Veränderung, der Lösung von drängenden Lebensfragen. Sie beinhalten wertvolle Hinweise und Empfehlungen, machen Einiges klarer und verständlicher, was uns im Leben begegnet und auch weiterbringen kann.

Ich selbst habe öfters die Erfahrung gemacht, dass es manchmal seine Zeit braucht, ehe es „klingelt“ und die Erkenntnis wächst: „Das passt nicht mehr, in deinem Leben stehen die Zeichen auf Veränderung!“ Etwas mühsam habe ich selbst lernen müssen (dürfen?), die schwachen Signale zu hören, den auftauchenden Gefühlen Raum zu geben und auch mal innezuhalten und zuzulassen, was sich da anbahnt. Gerald Hüther dazu:

„Das Unterdrücken von emotionalen Botschaften führt dazu, dass Menschen den Kontakt zu sich selbst verlieren.“

Tausend Glaubenssätze wurden schon in die Welt gesetzt, um solche Botschaften wirksam zu ignorieren und zu unterdrücken:

  • man kann nicht immer nur nach Gefühlen handeln
  • das Leben ist kein Ponyhof
  • das Leben ist kein Wunschkonzert
  • man kann eh nichts daran ändern
  • das geht wieder vorbei
  • das liegt nicht in meiner Hand
  • übertreibe nicht, geht wieder vorbei
  • lieber wegspüren, sonst muss ich ja etwas ändern

Ich möchte dazu ermutigen, auch diese auftauchenden Glaubenssätze ernst zu nehmen. Sie sind oft erst recht ein Hinweis auf anstehende Veränderungen. Sie sind Hinweis darauf, dass da etwas im Argen liegt. Etwas, an das wir ggf. noch nicht ranwollen, was uns verunsichert, vor dessen Konsequenzen wir uns scheuen oder was nicht sein kann, weil ́s nicht sein darf. Warum sonst sollten sich meine Gedanken und Gefühle die Mühe machen, mit solchen schnell bei der Hand verfügbaren Glaubenssätzen die schwachen Signale zu übertönen? Es ist jetzt meine Entscheidung, auf was ich höre, welchen Gedanken und Gefühlen ich folge – den Signalen aus der Fraktion „Da passt was nicht zusammen!“ oder den inneren Botschaftern aus der Fraktion: „Lass mal, ein bisschen Inkohärenz wirft einen nicht um!“

Woran kann ich also feststellen, dass mein innerer Kompass nicht mehr stimmig ist und es an der Zeit ist, wieder für Kohärenz=Stimmigkeit zu sorgen? Wie kann ich die wie kleine Blitze auftauchenden Gedankensplitter festhalten, die schwache Signale einer bevorstehenden Veränderungsnotwendigkeit sind. Manchmal sind das schon sehr existentielle Fragen, welche oft Verunsicherung und Ängste auslösen – also besser weg damit und weiter schaffen? Eigentlich gibt es nur eine Möglichkeit:

„Sich selbst und den auftauchenden inneren Botschaften zuhören!“

Weshalb laufe ich eigentlich in dieser Welt umeinander, weshalb bin ich da?

  • was für einer/eine will ich eigentlich sein?
  • alles was recht ist, war ́s das jetzt?
  • irgendwo habe ich die Abzweigung verpasst!
  • wo ist sie, die Lebenslust und -freude?
  • ich hatte mal Träume, aber…?
  • und die nächsten zwanzig Jahre dasselbe Spiel?
  • ….

Coaching kann helfen, diese „schwachen Signale“ aufzugreifen, sie hör- und verstehbar zu machen und unterstützt die Suche nach der Antwort auf die auftauchenden Fragen. Coaching greift die „schwachen Signale“ auf, hilft sie hör- und verstehbar zu machen und unterstützt die Suche nach der Antwort auf die auftauchenden Fragen. Dabei hilft eine Botschaft, welche ich gerne im Coaching einsetze:

„Veränderungsenergie entsteht aus dem Spannungsfeld der derzeitigen Lebenssituation (=Inkohärenz) und den Vorstellungen über eine erstrebenswerte Zukunft (=Kohärenz)!“


Richard Pressel

1) (Gerald Hüther in einem Auszug aus der Studie „Siegeszug der Emotionen – Erfolgreich in die intensivste
Wirtschaft aller Zeiten“ – nachzulesen auf https://onlineshop.zukunftsinstitut.de/)

in Unordnung gekommen ist
aus dem Blickfeld geraten ist
durcheinandergeraten ist
…?“
man – wie Gerald Hüther und andere es nennen würden – „in einen inkohärenten Zustand
geraten ist!“.
Wie nehme ich die zu Beginn oft noch schwachen Signale wahr, die auf eine „Inkohärenz“
hindeuten und wie äußern sie sich in meinen Gedanken- und Gefühlswelten?
Einfach, nur die einschlägigen Bücher lesen?
Tischinger: „Auf die Seele hören“ / Dobos: „Die gestresste Seele“ / Nidiaye:
„Wieder fühlen lernen“ / Welding: „Fühlen lernen“ / Wengenroth: „Das Leben
annehmen“ / Hüther: „Die Macht der inneren Bilder“ u.v.a.m.
Diese und viele andere mehr, beschäftigen sich mit dem Prozess der persönlichen
Entwicklung und Veränderung, der Lösung von drängenden Lebensfragen. Sie beinhalten
wertvolle Hinweise und Empfehlungen, machen Einiges klarer und verständlicher, was
uns im Leben begegnet und auch weiterbringen kann.
Ich selbst habe öfters die Erfahrung gemacht, dass es manchmal seine Zeit braucht, ehe
es „klingelt“ und die Erkenntnis wächst: „Das passt nicht mehr, in deinem Leben stehen
die Zeichen auf Veränderung!“ Etwas mühsam habe ich selbst lernen müssen (dürfen?),
die schwachen Signale zu hören, den auftauchenden Gefühlen Raum zu geben und auch
mal innezuhalten und zuzulassen, was sich da anbahnt. Gerald Hüther dazu: „Das
Unterdrücken von emotionalen Botschaften führt dazu, dass Menschen den Kontakt zu
sich selbst verlieren.“
Tausend Glaubenssätze wurden schon in die Welt gesetzt, um solche Botschaften
wirksam zu ignorieren und zu unterdrücken:
man kann nicht immer nur nach Gefühlen handeln
das Leben ist kein Ponyhof
das Leben ist kein Wunschkonzert
man kann eh nichts daran ändern
das geht wieder vorbei
das liegt nicht in meiner Hand
übertreibe nicht, geht wieder vorbei
lieber wegspüren, sonst muss ich ja etwas ändern
…
Ich möchte dazu ermutigen, auch diese auftauchenden Glaubenssätze ernst zu nehmen.
Sie sind oft erst recht ein Hinweis auf anstehende Veränderungen. Sie sind Hinweis
darauf, dass da etwas im Argen liegt. Etwas, an das wir ggf. noch nicht ranwollen, was
uns verunsichert, vor dessen Konsequenzen wir uns scheuen oder was nicht sein kann,
weil ́s nicht sein darf.
Warum sonst sollten sich meine Gedanken und Gefühle die Mühe machen, mit solchen
schnell bei der Hand verfügbaren Glaubenssätzen die schwachen Signale zu übertönen?
Es ist jetzt meine Entscheidung, auf was ich höre, welchen Gedanken und Gefühlen ich
folge – den Signalen aus der Fraktion „Da passt was nicht zusammen!“ oder den inneren
Botschaftern aus der Fraktion: „Lass mal, ein bisschen Inkohärenz wirft einen nicht um!“
Woran kann ich also feststellen, dass mein innerer Kompass nicht mehr stimmig ist und
es an der Zeit ist, wieder für Kohärenz=Stimmigkeit zu sorgen? Wie kann ich die wie
kleine Blitze auftauchenden Gedankensplitter festhalten, die schwache Signale einer
bevorstehenden Veränderungsnotwendigkeit sind. Manchmal sind das schon sehr
existentielle Fragen, welche oft Verunsicherung und Ängste auslösen – also besser weg
damit und weiter schaffen?
Eigentlich gibt es nur eine Möglichkeit: „Sich selbst und den auftauchenden inneren
Botschaften zuhören!“weshalb laufe ich eigentlich in dieser Welt umeinander, weshalb bin ich da?
was für einer/eine will ich eigentlich sein?
alles was recht ist, war ́s das jetzt?
irgendwo habe ich die Abzweigung verpasst!
wo ist sie, die Lebenslust und -freude?
ich hatte mal Träume, aber…?
und die nächsten zwanzig Jahre dasselbe Spiel?
….
Coaching kann helfen, diese „schwachen Signale“ aufzugreifen, sie hör- und verstehbar
zu machen und unterstützt die Suche nach der Antwort auf die auftauchenden Fragen.
Coaching greift die „schwachen Signale“ auf, hilft sie hör- und verstehbar zu machen und unterstützt
die Suche nach der Antwort auf die auftauchenden Fragen.
Dabei hilft ein Modell, welches ich gerne im Coaching einsetze. Seine Botschaft ist:
„Veränderungsenergie entsteht aus dem Spannungsfeld der derzeitigen Lebenssituation
(=Inkohärenz) und den Vorstellungen über eine erstrebenswerte Zukunft (=Kohärenz)!“
Richard Pressel
1) (Gerald Hüther in einem Auszug aus der Studie „Siegeszug der Emotionen – Erfolgreich in die intensivste
Wirtschaft aller Zeiten“ – nachzulesen auf https://onlineshop.zukunftsinstitut.de/)